04.07.17 16:02

„Schluss mit dem Wanderzirkus!“

Brexit als Chance für einen Sitz des Europäischen Parlaments

„Der Brexit bietet die einmalige Gelegenheit, dem absurden Wanderzirkus des Europäischen Parlaments ein Ende zu bereiten“, sagt der Europaabgeordnete Jo LEINEN (SPD) im Vorfeld der Plenardebatte des Europäischen Parlaments mit EU-Kommission und Rat zu dem Thema am Mittwochnachmittag. „Der Sitz der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) sollte im Zuge des Brexit von London nach Straßburg verlegt werden und das Europäische Parlament dafür ausschließlich in Brüssel tagen.“
Straßburg sei mit seiner Universität und einer guten Infrastruktur hervorragend geeignet, um die EMA in Zukunft zu beheimaten. „Ein Tausch ‚Parlament gegen EMA‘ wird die Stadt weder Einnahmen noch Ansehen kosten. Im Gegenteil, angesichts von rund 900 festangestellten Experten und ihren Familien sowie 36.000 Besuchern jährlich würde sich die Stadt zu einem Exzellenzzentrum der Pharmakologie entwickeln. Straßburgs Hoteliers könnten sich über kontinuierliche Einnahmen freuen, anstatt drei Tage im Monat den Parlamentsstress zu ertragen“, so Jo LEINEN.
„Der monatliche Reisezirkus zwischen Brüssel und Straßburg passt nicht mehr in die heutige Zeit: Die große Mehrheit der Abgeordneten will ihn nicht, die Mitarbeiter/Innen wollen ihn nicht und die Bevölkerung ist zurecht verständnislos über diese Verschwendung ihrer Steuergelder und die unnötigen Umweltbelastungen“, sagt Jo LEINEN.
Das Parlament müsse bis zu 200 Millionen Euro – zehn Prozent seines jährlichen Budgets – für Reisekosten und die Aufrechterhaltung mehrerer Arbeitsorte aufbringen. Zusätzlich wird die Umwelt unnötig mit 19.000 Tonnen CO2 belastet. "Diese durch die Mitgliedstaaten erzwungene Mittelverschwendung schadet dem Ansehen des Europäischen Parlaments und muss dringend beendet werden", sagt Jo LEINEN.
Aktuelles Pressefoto unter: www.joleinen.de/Fotos.77.0.html